Sonntag, 15. Juni 2014

So werde ich die GEMA los. Eine Schritt für Schritt - Anleitung

So werde ich die GEMA los. Eine Schritt für Schritt - Anleitung


Wenn ihr gegen die GEMA seid, dann macht es gefälligst richtig.
Entzieht der GEMA den Nährboden.

Das Problem:
Alle Künstler, Komponisten und Textdichter, die bei einer Verwertungsgesellschaft sind, sei es ASCAP, BMI, PRS oder eben die GEMA, wollen für die Nutzung Geld sehen.
Sie wollen, dass die GEMA genau das tut, was sie tut und wie sie es tut, sonst wären sie nicht in einer VG.
Würde die GEMA verschwinden, wäre sofort eine andere VG zur Stelle, um in gleicher Manier weiterzumachen, denn das wollen die Künstler, Komponisten und Textdichter.

Die Lösung:
Kauft keine CDs mehr, die ein VG-Logo tragen
Hört kein Radio mehr, denn meistens läuft VG-geschütztes Material.
Geht nicht mehr auf Konzerte von Top-Acts.
Geht nicht mehr in Clubs, es sei denn, ihr seid sicher, dass die Bands/DJs keine GEMA-Mitglieder sind.
Seht euch keine Videos von diesen Künstlern auf YouTube an. Die meisten sind eh gesperrt.
Geht nicht mehr ins Kino, denn quasi alle Filmkomponisten sind Mitglied einer VG.
Kauft keine DVDs/Bluerays mehr.

Wenn der deutsche Markt schwindet, verlieren all diese Künstler und deren Labels das Interesse am deutschen Markt.
Und damit verschwindet dann auch die GEMA.

Die C3S ist keine Lösung, denn alle oben genannten Künstler werden ihre Musik nicht umsonst verteilen.

Wollt ihr also die GEMA loswerden und verhindern, dass sofort eine andere VG deren Platz mit gleicher Manier einnimmt, befolgt diesen Lösungsweg.

Samstag, 7. Juni 2014

YouTube/GEMA - Steit

Da es anscheinend immer noch Klärungsbedarf im Fall YouTube/GEMA gibt......

Schauen wir uns einmal die unstrittigen und jederzeit auf ihre Richtigkeit nachprüfbaren Fakten an.
Ich werde mich bemühen, diese so gut es geht in verständlichem Deutsch zu beschreiben. Bitte seht es mir nach, wenn es mir nicht immer gelingt.

Youtube stellt einen Plattform bereit, auf der Benutzer Videos hochladen können.
Laut der AGB von Youtube muss der Benutzer, der ein Video hochlädt, zwingend auch der Rechteinhaber sein.

Ein Urheber ist eine Person, die ein schöpferisches Werk erschafft. Dies kann ein Bild, eine Skulptur, ein Gedicht, ein Roman, ein Video oder auch Musik sein.

Künstler oder Interpreten können Urheber sein, müssen es aber nicht. Das Lied "Nothing compares 2U" wurde von Sinnead O'Connor gesungen und veröffentlicht. Geschrieben wurde es aber von Prince.

Das Urheberrecht schützt in der Bundesrepublik Deutschland einen Urheber vor Diebstahl oder nicht genehmigter Verwendung seines, im Falle der Musik, geistigen Eigentums.

Jeder Musiktitel setzt einen Urheber voraus, welcher durch das Urheberrecht geschützt ist.
Demnach handelt es sich bei allen Musiktiteln um geschütztes Material, über das nur der Urheber verfügen kann.

Manche Urheber stellen ihre Musiktitel kostenlos zur Verfügung. In den meisten Fällen, um diese kostenlos herunterzuladen, sich anzuhören oder zu teilen.

Wird ein Musiktitel weiter verwendet, z.B. als Untermalung für ein Video, ist die Einwilligung des Urhebers zwingend erforderlich.

Es gibt auch Urheber, die für ihre Musiktitel Gebühren berechnen. Wird also einer ihrer Titel im Radio, Fernsehen, von einer Band oder einem Orchester öffentlich gespielt oder im Internet verbreitet, muss eine Gebühr gezahlt werden.

Da es für einen Urheber schwierig ist, alle Sendungen, Streams oder Aufführungen nachzuverfolgen, gibt es in annähernd jedem Land Verwertungsgesellschaften.

Verwertungsgesellschaften erhalten von einem Urheber über einen Wahrnehmungsvertrag den Auftrag, die Rechte des Urhebers wahrzunehmen und Gebühren bei Streams, Sendungen oder Aufführungen für ihn zu berechnen.

Für Deutschland ist dies die GEMA.

Da ein Musiktitel eines Urhebers nicht auf ein Land beschränkt ist, haben die verschiedenen internationalen Verwertungsgesellschaften einen Gegenseitigkeitsvertrag geschlossen.

Demnach ist die GEMA in Deutschland auch für alle anderen internationalen Verwertungsgesellschaften zuständig und leitet die in Deutschland eingeforderten Lizenzgebühren an diese weiter.

Für einen Urheber gibt es innerhalb der GEMA drei verschiedene Formen der Mitgliedschaft.
Der Unterschied besteht in der Form der Mitsprache bei Versammlungen sowie Sonderleistungen, die ich gleich noch erwähnen werde.

Bei der Ausschüttung der Tantiemen an die Urheber, werden alle Urheber ungeachtet ihres Mitgliedsstatus gleichbehandelt. Jeder erhält exakt den Betrag, den seine Musktitel an Gebühren erbracht haben, abzüglich ca. 15%.

Diese 15% werden neben Verwaltungskosten auch der GEMA-Rente, der Hinterbliebenen-Rente und dem Sozial-Font zugeführt.

Es ist die gesetzliche Verpflichtung der GEMA, gemäß ihres Lizensmodells die Gebühren einzufordern.

Diese Lizenzmodelle werden vom Deutschen Patentamt überwacht und im Bedarfsfall wird um eine Anpassung erbeten, sollten diese zu niedrig oder zu hoch eingestuft sein.

Das bedeutet, die GEMA beschließt einen Tarif, der daraufhin vom DPMA überprüft wird.

Die GEMA ist gesetzlich zur Gleichbehandlung verpflichtet.
Sie darf nicht für z.B. Radiosender individuelle Vertäge aushandeln. Das betrifft auch Online-Streaming-Angebote. Alle Streaming-Portale müssen gleich behandelt werden.

Ein Urheber, der sich entschließt in einer Verwertungsgesellschaft Mitglied zu werden, erwartet, dass diese für jegliche Verwertung seiner Musiktitel Gebühren erhebt.

Da urheberrechtlich geschützte Musiktitel ohne Einwilligung des Urhebers nicht hochgeladen, gesendet oder aufgeführt werden dürfen und ein Mitglied einer Verwertungsgesellschaft (international) seine Wahrnehmungsrechte an diese zur Erhebung von Gebühren abgetreten hat, darf gesagt werden, dass ohne eine Lizenzgebühr ein Musiktitel eines Mitglieds einer VG nicht gespielt, hochgeladen oder gesendet werden darf.

Im Klartext: Ein Musiktitel von einem Mitglied einer Verwertungsgesellschaft, darf nicht ohne Gebühr gespielt, gesendet oder gestreamt werden.
So sieht es das Gesetz vor.

Bis 2009 hatte die GEMA einen Vertrag mit Youtube mit deutlichen Vergünstigungen, um den Start für YouTube in Deutschland zu erleichtern.
Es war klar, dass der Anschlussvertrag zu den üblichen Lizenzgebühren abgeschlossen wird. Das wusste auch YouTube.
Dieser wurde nicht verlängert, da YouTube nach einigen Verhandlungen unerwartet nicht mehr zu einem angesetzten Verhandlungstermin erschienen ist und unmittelbar mit dem Sperren von Videos begonnen hatte.

Seitdem werden von Youtube keinerlei Lizenzgebühren bezahlt.
Das verstößt gegen geltendes deutsches Recht.

Youtube ist verpflichtet, jedes Video mit urheberrechtlich geschütztem Material eines VG-Mitglieds (auch international) zu sperren, sobald Youtube Kenntnis davon erlangt.

Das passiert zur Zeit nur lückenhaft und willkürlich.

Die GEMA hat 2010 auf Drängen von Urhebern exemplarisch für 12 Titel gerichtlich Gebühren eingefordert. Daraufhin wurden 7 Titel gesperrt.

Es folgten von seiten der GEMA keine weiteren Sperranträge.
Seit 2009 ist die GEMA bemüht, die Verhandlungen aufrecht zu halten. Youtube blockt seit ungefähr einem halben Jahr vollständig ab.

Die GEMA ist gesetzlich verpflichtet, bei einer Lizenzanfrage, diese einzuräumen. Dies würde bei Uneinigkeit über die Höhe der Gebühren auch ohne diese gehen, wenn die Gebühren auf ein Sperrkonto hinterlegt werden würden.

Es wurde bis heute von Youtube kein Antrag gestellt.
Damit ist die GEMA primär aussen vor.

Nun betrifft es nur noch Youtube und die Bundesrepublik Deutschland, und das auch nur, wenn ein Urheber ein nicht von ihm autorisiertes Video mit Anteilen seines geistigen Eigentums meldet.

Würde Youtube einen Antrag stellen und es würde über die Höhe der Lizenzgebühren Uneinigkeit bestehen, würde eine Schiedsstelle innerhalb von 12 Monaten eine Entscheidung treffen.
So sieht es das Gesetz vor.

Entgegen der weit verbreiteten Meinung geht es weniger um die Höhe der Lizenzgebühren als um die Form der zu übermittelnden Daten.
Da die GEMA ihre Tantiemenausschüttung mitgliedbezogen durchführt, benötigt sie eine Einzelaufstellung der erwirtschafteten Gewinne pro Titel.

Youtube ist, anders als die vielen Portale, mit denen die GEMA bereits Vertäge geschlossen hat, nicht bereit, diese in der benötigten Form zu übermitteln.

Auch fordert Google/YouTube strikte Geheimhaltung, was aber aufgrund der Vereinsstruktur der GEMA gegen geltendes deutsches Recht verstößt.

Erfahrungen anderer Verwertungsgesellschaften haben gezeigt, dass die übermittelten Daten von Youtube nur schlecht bis gar nicht zu gebrauchen sind.

Auch haben die mit Youtube geschlossenen Verträge mit anderen Verwertungsgesellschaften sehr viel Entrüstung bei deren Mitgliedern verursacht.

Es tauchen nun einige Fragen auf.
Warum stellt Youtube keinen Lizenzantrag?
Warum sperrt Youtube willkürlich und ohne erkennbares Muster Videos?

Es hat den Anschein, dass Youtube die Schiedstelle fürchtet und aus diesem Grund keinen Antrag stellt. Es kann auch sein, dass Youtube, welches sich gerne als Hoster sieht, obwohl amerikanische Gerichte aufgrund der AGB und des Geschäftsmodells in Youtube einen Provider sehen, dieses Erscheinungsbild nicht verlieren möchte.

Die willkürliche Sperrung von Videos hingegen unter Angabe der GEMA folgt einer Strategie, die Benutzer zu mobilisieren und Druck auszuüben.

Da Youtube wie oben erwähnt keinen Lizenzantrag gestellt hat und von der GEMA keine Sperrungen beantragt wurden, hat es nur noch den Schein, als hätte die GEMA etwas mit der Sperrung eines Videos zu tun.

Natürlich ist die Formulierung, über die Vewendung sei man sich mit der GEMA uneinig, augenscheinlich erst einmal korrekt.
Aber der Grund ist es nicht.

Wenn man überhaupt einen Grund finden kann, dann den, dass nach geltendem deutschen Recht ein Video mit urheberrechtlich geschütztem Content (und dabei spielt es keinerlei Rolle, ob der Urheber ein Mitglied einer VG ist oder nicht) nicht ohne Einwilligung des Urhebers weiterverwendet werden darf - sei es ein upload, eine Sendung, Aufführung etc.

Hier geht es um die Manipulation der Massen, um Druck auf die GEMA auszuüben. Da diese jedoch gesetzlich verankert und an ihre gesetzlichen Pflichten gebunden ist, wird hier versucht, mit Hilfe der Massen deutsches Recht zu unterwandern. Würde es bei den Sperrungen wirklich um die Einhaltung deutscher Gesetze gehen, würden alle Videos aller Mitglieder aller internationalen Verwertungsgesellschaften gesperrt werden müssen, - und das wären jüngsten Schätzungen zu Folge ca. 75 - 80%.

Vielleicht kann man wirklich sagen, indirekt ist die GEMA darin verwickelt, denn sie ist das Ziel dieses Angriffs.

Aber ein Angriff auf die GEMA ist auch ein Angriff auf geltendes deutsches Recht und vor allem auf alle Urheber dieser Welt, die Mitglied in einer Verwertungsgesellschaft sind. Und damit sind fast alle prominenteren Künstler und Bands dabei.

Aber indirekt richtet sich die Attacke auch gegen die User, die mit einfachsten psychologischen Tricks um ihre freie Meinungsfindung beraubt in eine Schlacht geschickt werden, um der eigenen Lieblingsband, wenn auch über drei Ecken, eins reinzuwürgen.

Sonntag, 18. November 2012

Gleise





Züge rauschen unter mir
Ihr Rauschen gleicht einer Musik
Ihr Rattern fordert zu einem Tanz auf
Wenige Sekunden noch

Dann ist es wieder still
Still um mich

Eine ganze Welt zieht an mir vorbei
Auf geradem Wege in fließender Bewegung
Immer weiter und weiter dem Ziel entgegen

Es ist wieder still
Still um mich

Sehnsucht lässt mich ihm nachschauen
Es ist, als blicke ich meinem ganzen Leben hinterher
Ein Gefühl, als hätte ich alles verpasst


Ich blicke auf die Gleise

Zwei Linien auf einem gemeinsamen Weg
Erst in weiter Ferne berühren sie sich

Aber berühren sie sich wirklich?

Bald schon kommt der nächste
Was er mir wohl bringt?

Ich habe noch so viele Fragen
Habe noch so viel zu sehen
So viel zu fühlen

Aber auch dann wird es wieder still sein

Still um mich



Sonntag, 11. November 2012

Weiter



Blätter eine Seite weiter
Im großen, schweren Lebensbuch
Und sag mir, was geschrieben steht
Zeig mir, was ich so lang schon such



Gehe einen Schritt nach vorne
Auf dem langen Lebensweg
Und sag mir, was mich dort erwartet
Sag, was ich mir auferleg



Dreh die Uhr zwölf Stunden weiter
Sag mir, was am Morgen war
Sag mir, hast Du mich gesehen
Sag mir, war ich auch noch da?



Zu Real





Surreale Integration
Irreale Konfusitation

Automobile erblühen im Glanz des Mondlichtes

Trotz vorhandener Regeln treibt ein Autor
Sein unsinnig‘ Spiel

Ist es die Morgendämmerung, die verspätet ein Begräbnis einläutet?

Ist es die Konfrontation
Mit dem Nichtvorhandensein des Seins?

Ein Kristall erweckt, was niemand erahnt
Die Zeit zerfließt wie eine Uhr

Das Ergründen der grundlosen Schuld
Reflektiert die zweckmäßige Überheblichkeit

Was sich ändert, bleibt stehen
Sinnvolles Ausnutzen der Abhängigkeit der Unlust
Das Uninteresse der Deformierung eines Schadens macht sich breit

Ein Lachen hallt durch den Rest eines Schlüsselloches
Ein Gang voller Bilder macht uns nicht klug

Die Neuerung einer Information
Fügt zusammen alle Unkenntlichkeit

Klares Bewusstsein erlangt man nur unbewusst
Ängste setzen eine Kraft frei, die man fürchtet

Feierabend
Ist das Ende einer Leistungsgesellschaft

Die Gabe des Gebens wird vergeben
Nach den Kriterien einer Planungsnostalgie

Der Ruf der Vergangenheit
Erreicht uns erst morgen

Das Ende eines Abschnittes
ist der Anbeginn eines Fragewortes

Kooperative Immunität ist ein Bindeglied zwischen
Inkompetenz und Assoziation

Genialität ist ein Störfaktor im heutigen Intellekt


Automobile erwachen im Eisfrühling einer Hochsaison


Montag, 29. Oktober 2012

Verliebt in einen Traum





Ich war verliebt in einen Traum, - ein Traum voller Zuversicht und Hoffnung, voller Liebe, Leidenschaft und Glück. 

Er schenkte mir all die Liebe, die auch ich ihm gab, erwiderte jeden Kuss mit Zärtlichkeit und Leidenschaft.
Er war für mich da, wie auch ich für ihn da war.
Er stand mir bei, wie auch ich es tat.

Wir verzeihten uns großzügig all unsere Fehler, begegneten uns mit Respekt und Anstand. Der eine gab auf den anderen acht.
Wir teilten unsere Gedanken, unsere Ängste und Sorgen, Wünsche und Träume. Offen sprachen wir über all die Dinge, die uns bewegten.
Wir interessierten uns für den anderen, für seine Bedürfnisse, seine Sehnsüchte.
Gemeinsam gingen wir durchs Leben.

Nie hätte er mich verletzt, stets nahm er Rücksicht auf mich und meine Gefühle.
So auch ich.
Sanft waren seine Berührungen, sein Atem auf meiner Haut. Wenn einer von uns Sorgen hatte, war der andere schon mit tröstenden Worten zur Stelle, immer bereit, seine eigenen Bedürfnisse außer acht zu lassen.
Nie wäre es uns in den Sinn gekommen, den anderen zu verletzen.
Es war stets der andere, der an erster Stelle stand.
Das Wissen um die Fehler des anderen schenkte uns grenzenloses Vertrauen.
Gemeinsam meisterten wir alle Hürden des Lebens.

Aber ein tiefer Schmerz ließ mich erwachen, denn es war nur ein Wunsch, ein Traum,
-mein Traum.

Und trug dieser Traum jemals einen Namen, dann ging er in eine ferne Stadt und kam nicht mehr zurück.
Nun sitze ich hier und warte, warte auf die Rückkehr dieses meines Traumes.
Doch langsam werde ich des Wartens müde.

An dem Ort, wo sich Nacht und Tag berühren, wo unsere Träume noch bei uns sind, werde ich ihn auf ewig lieben und warten, auf meinen Traum.
Ja, ich war verliebt in einen Traum.

Ein Wartender

Montag, 15. Oktober 2012

An einem Regentag



Er ging einen Weg. Doch der Weg war falsch und schlecht. Aber er träumte, er ging den richtigen Weg. Viele, die ihn kannten, wollten ihn wecken, aber er schlief immer wieder ein und träumte weiter.
Als er an einem Regentag dann endlich aufwachte, war er allein in seinem Zimmer. Ein Fenster, leicht geöffnet, ließ ein wenig frische Abendluft in den spartanisch eingerichteten Raum und die Flamme einer Kerze in immer wieder neue Bewegungen fallen. 
Ihr Licht ging fast verloren und doch erweckte sie sein Interesse. Wer hatte sie dort hingestellt? Wer brachte sie zum Leuchten? Wo waren all die Menschen, die er liebte?

Als er durch die leeren Straßen schlenderte, fröstelte es ihn leicht. Es regnete nicht mehr, nur noch der Geruch und ein paar Pfützen erinnerten an einen Schauer. Durch manche Fenster drang Lachen nach draußen. Auch waren Wortfetzen zu hören. Alles kam ihm bekannt vor, bekannt und vertraut. Es war ihm, als durchlebe er seine ganze Jugend und Kindheit. Sein Herz tat ihm weh und er versuchte, jeden dieser Momente aufrecht zu erhalten, sich daran zu erinnern. Doch sie verflogen und gaben sein Herz frei. Er lehnte sich unter einen Fenstersturz und versuchte zu lauschen, doch er verstand die Worte nicht. Und so ging er weiter.

Am Ende der Straße saß ein Bettler. Als er sich ihm näherte, sah er einige Groschen und Pfennigstücke auf einem alten Lappen liegen. Er verspürte Neid. Doch da war auch etwas anderes. Mit einem Mal war er selbst der Bettler und schaute auf den Mann, der sich vor ihm aufbaute. Er spürte den Hunger, der seit Tagen an ihm nagte, den Durst, der seine Kehle trocknete und ihm jedes Wort versagte. Wie gerne hätte er etwas gesagt, wie gerne hätte er ein warmes, freundliches Wort gehört, aber sein Blick blieb starr auf die Knopfreihe des Mantels gerichtet.

Er wusste nicht, wie viel Zeit verflossen war, als sich durch den dunklen Mantelstoff langsam die reichlich dekorierten Schaufenster der gegenüberliegenden Straßenseite schoben.
Da erinnerte er sich an ein Markstück, das er bei sich trug. Es musste da irgendwo in seiner Hosentasche sein. Schnell zog er es heraus und kniete sich nieder. Er konnte jetzt in die tiefen und leeren Augen des Bettlers sehen. Langsam öffnete er seine Hand und ließ das Markstück durch seine Finger gleiten. Ein Gefühl des Glücks und der Zufriedenheit erfüllte ihn.

Doch als das Geldstück den Boden berührte, war die Gestalt des Bettlers verschwunden und vor ihm lag auf dem feuchten Asphalt nur noch ein Knopf, der sich von seinem Mantel gelöst hatte.
Ein kühler Windhauch streifte eine Haarsträhne in sein Gesicht. In Gedanken versunken nahm er den Knopf auf und steckte ihn ein. Er hörte sich lachen. Aber war es sein Lachen? Denn er lachte ja gar nicht. Er schaute sich um, doch die Straßen waren leer. Er stand auf und ging weiter.

Als er um eine Ecke bog, hörte er, wie eine Tür aufgestoßen wurde. Rufe und das Lachen von Kindern durchdrangen die Abendluft. Kinder in bunten Mänteln und Mützen sprangen auf die Straße, manche spielten Fangen, einige andere stellten einem roten Ball nach. Er blieb eine Weile stehen und sah ihnen zu. Immer stärker verspürte er den Drang, ihnen zuzurufen, aber er hatte Angst vor seinen Worten, vor seiner Stimme, vor den Augen der Kinder, die ihn sicherlich würden anschauen, wenn sie sein Rufen vernähmen. Eine ganze Weile rang er mit sich selbst, bis ihn schließlich sein tiefstes Inneres übermannte und er ihnen aus lauter Kehle zurief und er seinen Worten mit Gesten und Armbewegungen zusätzlich Ausdruck verlieh.

Doch kaum waren die Worte über seine Lippen, erschrak er zutiefst, denn er konnte seine eigenen Worte nicht verstehen. Sie waren wie von einer anderen Sprache. Auch zeigten die Kinder keinerlei Reaktion. Es schien, als hätten sie sein Rufen gar nicht vernommen. Sie spielten weiter wie zuvor, lachten und riefen sich laut zu. Auch dieses Rufen konnte er nicht verstehen, obwohl er die Worte deutlich hörte. Er begann, sich einsam zu fühlen. Mit traurigen Augen blickte er auf die Kinder. Zuerst merkte er gar nicht, wie sie um einen kleinen Gegenstand herum tanzten, einen Gegenstand, der ihm, obwohl er ihn nicht genau erkennen konnte, irgendwie vertraut vorkam. Für einen Augenblick wichen alle Ängste und Zweifel und eine innere Kraft ließ ihn auf dieses kleine Etwas in der Mitte der Kinder zugehen. Doch je näher er kam, umso mehr lösten sich die Gestalten in ihren bunten Mänteln auf, bis sie schließlich verschwunden waren. Zurück blieb nur dieser Gegenstand, der nass und schmutzig auf der Straße lag.

Als er sich danach bückte, erkannte er ihn als seine Uhr. Ihm war nicht einmal aufgefallen, dass er sie nicht mehr hatte. Sie musste wohl die ganze Zeit hier gelegen haben, denn jetzt erinnerte er sich, wie er sich hier mit einem Mädchen gestritten hatte, welches wohl der kürzere und bessere Weg zum Bahnhof sei, um ja nicht den Zug zu verpassen. Er musste es wohl sehr geliebt haben, aber jetzt konnte er sich an nichts weiter als diesen Streit erinnern. Alles andere war wie ausgelöscht. Als er das Ziffernblatt der Uhr betrachtete, zeigte es acht Minuten nach zwölf. Sie musste stehen geblieben sein, als sie fiel. Oder war er gefallen und die Zeit stand für ihn still? Sie hätten den Zug so oder so verpasst.

Das Läuten einer Turmuhr riss ihn aus seinen Gedanken. Fünf Schläge hallten durch die leeren Straßen. Fünf Schläge hallten in seinen Ohren. Mit jedem Schlag erklang eine ganze Sinfonie. In jedem Schlag lag sein ganzes Leben verborgen. Jeder Schlag brachte ihn näher zu sich selbst. Ein Schauer lief ihm eiskalt den Rücken herunter. Die scharfe Klinge eines Messers durchdrang sein Herz.

Langsam schlug er den Weg ein, der ihn nach Hause führte. Viel länger als sonst war er unterwegs, und als er zu Hause ankam, begann es bereits zu dunkeln und das fahle Licht der Laternen warf einen gespenstischen Schatten seiner selbst an die Hauswand.

In seinem Zimmer war es dunkel. Durch das Fenster drang kein Licht mehr und auch die Kerze war verloschen. Er verspürte ein großes Schuldgefühl in sich aufsteigen. Er fühlte sich schuldig am Verlöschen dieser Flamme, an der Dunkelheit, die sich wie eine Decke über die Stadt gesenkt hatte, an all den Regentropfen, die sich allmählich wieder dem Himmel lösten. Deutlich sah er vor sich einen kleinen Jungen, vielleicht zwei oder drei Jahre alt. Er sah, wie dieser Junge die Klappe eines Kachelofens öffnete. Hell leuchtete sein weißblondes Haar im Schein des Feuers, als er mit weit ausgestrecktem Arm seinen Schnuller, den er über alles liebgewonnen hatte, der Glut überließ. Er spürte die Hitze in seinem Gesicht. War das der Ursprung von allem, von seinem ganzen Leben? Es war das erste Mal, dass er etwas, was ihm am Herzen lag, zerstörte. Und viele weitere Male sollten folgen.

In dieser Nacht schlief er tief und fest. Eine wichtige Erkenntnis verhalf ihm zu dieser Ruhe.

Purpur erfüllte am nächsten Morgen das kleine Zimmer. Der Singsang der Vögel durchdrang die Stille des neuen Tages und ließ ihn mit einem Lächeln erwachen. Er wusste nun, was er sich, vor allem aber allen anderen schuldig war. Er griff zu Stift und Papier und schrieb all seine Träume und Gedanken auf. Für die, die er stehen ließ, indem er sie fortschickte. Und mit jedem Wort, das er schrieb, verspürte er mehr, wie sehr er diese Menschen liebte und brauchte.
Eine bizarre Mischung aus Glück und Trauer legte sich in sein Herz und verweilte dort bis an sein bescheidenes Ende.