Es gab da einen Post von Mr. Williams, der unter den Kommentatoren für eine heisse Diskussion sorgte. Etwas hatte mich allerdings stutzig gemacht.
Handelte der initiale Post auch von Mr. Williams, steht er doch stellvertretend für eine ganze Branche.
Es gibt viele Faktoren, die darüber entscheiden, ob es sich lohnt, Streaming-Dienste zu nutzen oder nicht.
Und
in der Tat kann es auch ein gutes Zubrot sein. Wenn jemand zum Beispiel
in sachen EDM unterwegs ist, selbst auflegt und auch eigene Songs zu
Hause am Rechner produziert, kann es sich unter Umständen lohnen.
Für
einen vernünftigen Audio-Rechner inkl. dem preisgünstigen Reaper und,
sagen wir, das NI Komplete Paket, hat man eine einmalige Investition von
vielleicht 3500,- Euro.
Innerhalb einer Szene erscheint diese stets groß. Aber in der Realität ist es nur eine von vielen Musik-Sparten.
Und entscheidend sind immer die Produktionskosten auf der einen Seite und der zu erzielende Gewinn auf der anderen.
Während
man in sachen elektronischer Musik oftmals mit Homerecording im
Alleingang richtig gute Musik machen kann, benötigt man in anderen
Segmenten doch beachtliches Equipment, um überhaupt mithalten zu können.
Die unterschiedlichen Sparten erfordern auch einen unterschiedlichen Kosteneinsatz.
Ein Rock-Album kann durchaus mit 10000,- Euro veranschlagt werden.
Für ein Jazz-Album kommt man auch mit 15 000,- Euro schon hin.
Das
wird natürlich günstiger, wenn der Produzent auch das Studio besitzt.
Allerdings will dieses auch erst einmal erworben werden.
Das
London Symphonic Orchestra kann ich für ein verlängertes Wochenende
(Do-So) für 50000,- Pfund mieten, - inkl. Tontechniker.
Egal, in welchem Bereich ich auch Musik mache, es wird richtig ernst, wenn Dritte beteiligt sind.
Und stammen dann die Songs/Werke auch noch aus fremder Feder, sollte man Streaming vorerst sein lassen.
Denn
grundsätzlich gilt, dass die Urheber (Komponist/Texter) per Gesetz
angemessen für die Weiterverwendung (Live, On-Air, Stream, etc.) zu
vergüten sind.
Allein deshalb scheidet YouTube, Spotify und all die anderen aus.
Denn die Vergütung ist alles andere als angemessen.
Man
darf auch nicht vergessen, dass die Gruppe der kreativen
Musikschaffenden, die von uns als Stars wahrgenommen werden, im
Verhältnis zu den kreativen Musikschaffenden, die generell mit Musik
ihr täglich Brot verdienen (ohne einen 2. Job)
, unter 1% liegt.
Und auch da ist der Streaming-Ertrag einfach nur eine Frechheit.
Wie
gesagt, für den, der keine Kosten hat und alles alleine macht, ist es
neben seinem Hauptberuf eine willkommene Einnahme-Quelle.