Donnerstag, 15. Januar 2015

Streaming und Künstler (Teil 1)

Es gab da einen Post von Mr. Williams, der unter den Kommentatoren für eine heisse Diskussion sorgte. Etwas hatte mich allerdings stutzig gemacht.

Handelte der initiale Post auch von Mr. Williams, steht er doch stellvertretend für eine ganze Branche.


Es gibt viele Faktoren, die darüber entscheiden, ob es sich lohnt, Streaming-Dienste zu nutzen oder nicht.

Und in der Tat kann es auch ein gutes Zubrot sein. Wenn jemand zum Beispiel in sachen EDM unterwegs ist, selbst auflegt und auch eigene Songs zu Hause am Rechner produziert, kann es sich unter Umständen lohnen.

Für einen vernünftigen Audio-Rechner inkl. dem preisgünstigen Reaper und, sagen wir, das NI Komplete Paket, hat man eine einmalige Investition von vielleicht 3500,- Euro.

Innerhalb einer Szene erscheint diese stets groß. Aber in der Realität ist es nur eine von vielen Musik-Sparten.

Und entscheidend sind immer die Produktionskosten auf der einen Seite und der zu erzielende Gewinn auf der anderen.

Während man in sachen elektronischer Musik oftmals mit Homerecording im Alleingang richtig gute Musik machen kann, benötigt man in anderen Segmenten doch beachtliches Equipment, um überhaupt mithalten zu können.

Die unterschiedlichen Sparten erfordern auch einen unterschiedlichen Kosteneinsatz.

Ein Rock-Album kann durchaus mit 10000,- Euro veranschlagt werden.

Für ein Jazz-Album kommt man auch mit 15 000,- Euro schon hin.

Das wird natürlich günstiger, wenn der Produzent auch das Studio besitzt. Allerdings will dieses auch erst einmal erworben werden.

Das London Symphonic Orchestra kann ich für ein verlängertes Wochenende (Do-So) für 50000,- Pfund mieten, - inkl. Tontechniker.

Egal, in welchem Bereich ich auch Musik mache, es wird richtig ernst, wenn Dritte beteiligt sind.

Und stammen dann die Songs/Werke auch noch aus fremder Feder, sollte man Streaming vorerst sein lassen.

Denn grundsätzlich gilt, dass die Urheber (Komponist/Texter) per Gesetz angemessen für die Weiterverwendung (Live, On-Air, Stream, etc.) zu vergüten sind.

Allein deshalb scheidet YouTube, Spotify und all die anderen aus.

Denn die Vergütung ist alles andere als angemessen.

Man darf auch nicht vergessen, dass die Gruppe der kreativen Musikschaffenden, die von uns als Stars wahrgenommen werden, im Verhältnis zu den kreativen Musikschaffenden, die generell mit Musik ihr täglich Brot verdienen (ohne einen 2. Job) , unter 1% liegt.


Und auch da ist der Streaming-Ertrag einfach nur eine Frechheit.

Wie gesagt, für den, der keine Kosten hat und alles alleine macht, ist es neben seinem Hauptberuf eine willkommene Einnahme-Quelle.